Ein Modellrahmen / Vergolderrahmen entsteht.

 

Bei Bilderrahmen unterscheidet man zwischen zwei Arten von Rahmen, auf der einen Seite die hochwertigen und exclusiven in Handarbeit gefertigten Modellrahmen, auf der anderen Seite die industriell gefertigte Meterware.

Bei der industriell gefertigten Meterware sind beim zusammengesetzten Rahmen immer die Gehrungsschnitte zu sehen, da die fertig gestalteten Rahmenschenkel einfach verleimt und zusammengesetzt werden.

 

Bei den sogenannten Modellrahmen bzw. Vergolderahmen sind keine Gehrungschnitte zusehen, da "Über-Eck" gearbeitet wird. Hierzu werden die profilierten Roh- bzw. Grundleisten zugeschnitten, verleimt und zusammengesetzt. Anschließend wird der zusammengesetzte Rohrahmen bis zu acht mal grundiert. Der Grund besteht aus einer Leim- und Kreidemischung. Der fertig grundierte Rahmen wird dann gesäubert und geschliffen, je nachdem wie die Oberfläche wirken soll. Entweder ganz glatt oder mit einer gewissen Struktur. Nach der Grundierung sind die Gehrungsschnitte nicht mehr sichtbar und der Rahmen wirkt als wenn er aus einem Stück wäre.

 

Nach dem Schleifen kann die Oberflächenveredlung beginnen. Entweder wird die Oberfläche nur farbig bearbeitet, oder man bringt eine Vergoldung auf. Bei einer Vergoldung muss zuerst das Poliment (Trägermaterial des Goldes bestehend aus fetthaltiger Tonerde und Hautleim) aufgebracht werden. Sobald das Poliment getrocknet & verdichtet ist kann vergoldet werden. Hierzu wird das Poliment genetzt, d.h. das Poliment wird mit Netze (Gemisch aus Spiritus und Wasser) bestrichen und so das Bindemittel bzw. Haftmittel aktiviert, damit das Gold auf dem Untergund haften kann.

Wenn das Poliment genetzt ist, wird mit dem Anschießer das hauchdünne Blattgold aufgetragen. Diesen Arbeitsschritt nennt man anschießen. Der Anschießer, mit dem man das Blattgold von dem Anschießbrett abnimmt, besteht aus Feehaar und ist eine Art ganz flacher und feiner Pinsel. Wenn das Blattgold auf dem benetzten Poliment aufgesetzt wurde, bläst man die eventuellen Luftblasen unter dem Gold heraus und läßt den fertig angeschossenen Rahmen mehrere Stunden trocknen. Nach der Trocknung wird das Gold mit dem Polierstein poliert damit der unverwechselbare Glanz ensteht. Der Polierstein ist ein Art Edelstein und besteht aus Achatstein. Wenn das Gold nicht poliert wird spricht man von einer Mattvergoldung.

Nach dem Polieren kann der Rahmen weiter verarbeitet werden. Man kann das Gold mit Bimsmehl durchreiben, so dass die Polimentfarbe zum Vorschein kommt oder man läßt das Gold einfach stehen. Jetzt kann man je nach Geschmack und Rahmenprofil den Modellrahmen antik oder modern berarbeiten. Bei der Antikfassung wird der Rahmen "auf alt" getrimmt, indem man eine Lasur aufbringt und alterbedingte Verunreinigungen und Beschädigungen imitiert. 

Abschließend wird der Rahmen zum Schutz des Goldes lackiert.

 

Modellrahmen können immer nach individuellen Wünschen angefertigt werden. Man kann die Goldart (Weiß-, Dukatten Doppel- oder Grüngold), das Profil, die Farbgebung und eventuelle Eckornamente selber aussuchen.

Modellrahmen werden ausschließlich von der Berufsgruppe der Vergolder hergestellt. Der Beruf des Vergolders ist ein sehr altes Handwerk, dessen Arbeitstechniken sich in den letzten Jahrhunderten kaum verändert haben Bis vor einigen Jahren war es noch Pflicht, die Meisterprüfung abzulegen, um eine selbständige Vergolderei führen zu dürfen.

 

 

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